Ist eine Reise nach Mallorca nach dem Tsunami noch sicher? Und was ist ein Meteotsunami?

Es ging durch alle Medien: Die beliebte Balearen-Insel Mallorca wurde jüngst von einem Mini-Tsunami getroffen. Hören wir das Wort Tsunami, denken wir sofort an die große Verwüstung in Thailand aus dem Jahre 2004, die viele Menschenleben forderte. Zurecht fragen sich daher zahlreiche Urlauber, die einen Balearen-Urlaub gebucht haben, ob eine Reise nach Mallorca weiterhin als sicher gilt und die gebuchte Reise bedenkenlos angetreten werden kann.

Um allen Spekulationen und Gerüchten den Wind aus den Segeln zu nehmen: Ja, eine Reise auf die Balearen ist weiterhin genauso sicher, wie auch noch vor dem Mini-Tsunami.

Um zu verstehen, was sich genau auf Mallorca ereignet hat, empfiehlt sich ein Blick darauf, was genau ein Mini-Tsunami ist und wie letzterer entsteht.

Mini-Tsunamis entstehen häufig und sind zumeist ungefährlich

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Mini-Tsunami auf eine Insel im Mittelmeer trifft: Starke Luftdruckschwankungen und damit einhergehende starke Winde sind die Grundvoraussetzung für die Entstehung eines Mini-Tsunamis, der in der Fachsprache auch als Meteotsunami bezeichnet wird.

Der Namenszusatz „Meteo“ lässt bereits vermuten, dass es besondere Wetterphänomene und meteorologische Komponenten sind, die einen Mini-Tsunami entstehen lassen und begünstigen. Der jüngst auf Mallorca stattgefundene Mini-Tsunami, der von den Einheimischen als Rissaga bezeichnet wird, ist also keinesfalls ein Einzelfall, wenngleich er deutlich größere Schäden angerichtet und größere Auswirkungen auf die Menschen hatte, als dies gewöhnlich der Fall ist.

Meteotsunamis treten häufig auf und sind nicht nur in den südlichen Gefilden rund um das Mittelmeer bekannt: Auch an der Ostsee sind Sie ein keinesfalls ungewöhnliches Phänomen und werden mit dem altbackenen Ausdruck Seebären bezeichnet.

Meteotsunamis haben nichts mit einem Seebeben zu tun

Die wetterbedingten Tsunamis im Mittelmeerraum mit einem Tsunami zu vergleichen, wie wir diesen aus dem Jahre 2004 in Erinnerung haben, ist in höchstem Maße unverhältnismäßig:

Anders als wirklich große Tsunamis, die in erdbebengefährdeten Regionen wie Japan und Indonesien gefürchtet werden, ist die Ursache von Meteotsunamis nämlich eine ganz andere: Große Tsunamis stehen zumeist in Verbindung mit einem Erdbeben bzw. einem Seebeben: Die Kontinentalplatten schieben sich in einem Prozess, der als Subduktion bezeichnet wird, untereinander und verkanten sich dabei.

Ist die aufgebaute Spannung zu groß, entkeilen sich die Erdplatten in einem urplötzlichen, nicht vorhersehbaren Prozess. Die freigewordene Energie führt schlimmstensfalls zu den gefürchteten Tsunami-Wellen, die in der Mittelmeerregion als generell nicht möglich eingestuft werden.

Mallorca und die anderen Balearen-Insel, liegen in keiner Region, die sich durch das geologische Merkmal von Subduktionsprozessen auszeichnen.

Die Reise nach Mallorca ist weiterhin sicher

Die ca. 1 Meter hohe Flutwelle auf Mallorca wurde durch verhältnismäßig harmlose Faktoren begünstigt: Zu den Luftdruckschwankungen, die starke Winde zur Folge hatten, kamen die regionalen Beschaffen- und Eigenheiten hinzu: eine schmale und enge Bucht, die die Wellen aufschaukelte und zu einer größeren Welle auftürmte.

Auch wenn derartige Phänomene für die Zukunft per se nicht auszuschließen sind, besteht für die Touristen auch jetzt keine erhöhte Gefahr. Im Gegenteil: Die im Sommer deutlich beständigeren Hochdruckgebiete machen ein erneutes Aufkommen eines Meteotsunamis insbesondere in der aktuellen sommerlichen Hochsaison sehr unwahrscheinlich.

Quellen:
http://www.reisereporter.de/artikel/4778-mini-tsunami-rissaga-auf-mallorca-wie-entsteht-ein-meteo-tsunami-und-wie-gefaehrlich-ist-er

http://www.wetter24.de/news/detail/2017-06-01-flutwelle-in-zandvoort-was-ist-ein-meteotsunami/



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