Warum Feuer im Flugzeugtriebwerk weniger verheerend ist als Sie glauben

Es kommt sehr selten vor, dass ein Triebwerk eines Flugzeugs ausfällt. Aber dennoch kann es jederzeit einmal passieren. Doch was genau hat das zur Folge? Können die Piloten jetzt überhaupt noch eingreifen oder ist der Absturz unvermeidlich?

Triebwerksausfall ist nicht gleich eine Katastrophe

Ein Triebwerksausfall bei einem Flugzeug versetzt sicherlich viele Menschen in Angst und Schrecken. Doch ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Der Ausfall eines Triebwerks ist nicht gleich eine Katastrophe und das Flugzeug stürzt auch nicht gleich ab. Denn ein Flugzeug kann auch mit nur einem Triebwerk weitergeflogen werden. Hierfür sind Piloten speziell ausgebildet und sollten die gelernten Verfahren im Schlaf beherrschen. In den vergangenen Jahren waren Triebwerksausfälle nicht selten.

Es war nicht einmal ungewöhnlich, dass bei einigen Flugzeugen Triebwerksausfälle an der Tagesordnung waren. So wie beispielsweise bei der berühmten viermotorigen Super Connie. Diese Maschine galt immerhin in den 1950er Jahren als das beste dreimotorige Flugzeug weltweit. Daher waren zu jener Zeit auf langen Strecken auch nur Flugzeuge mit mehr als zwei Triebwerken unterwegs.

Heute merken Passagiere Triebwerksausfall nicht

Doch zum Glück sind diese Zeiten lange vorbei. Heute gehören solche Probleme bei modernen Flugzeugen längst der Vergangenheit an. Denn die heutigen Maschinen sind sehr zuverlässig. Statistiken haben errechnet, dass ein modernes Triebwerk heute seltener als einmal in 30 Jahren ausfällt. Das hat auch die moderne Fliegerei verändert: So fliegen heute auf den langen Strecken regelmäßig Twinjets – also Maschinen mit zwei Triebwerken.

Kommt es dagegen doch einmal zu einem Ausfall eines Triebwerks, so bekommen die Passagiere davon normalerweise gar nichts mit. Es tritt lediglich ein Schubverlust ein. Das bedeutet, dass die Maschine die Flughöhe nicht halten kann und in einen langsamen Sinkflug übergeht. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit bei den modernen Maschinen hat die Seitenflosse eine große stabilisierende Wirkung, sodass nur leichte Steuerausschläge nötig sind. Es ist sogar möglich, dass der Autopilot solche Situationen meistern kann.

Kritischer ist Triebwerksausfall beim Start

Problematischer ist dagegen ein Triebwerksausfall beim Start. Der heikelste Moment beim Start ist dann gegeben, wenn die Landebahn für ein Abbremsen einfach viel zu kurz ist und das Flugzeug mit dem einen Triebwerk abheben muss. Es spielen nun viele ungünstige Faktoren zusammen: So ist das Gewicht beim Start sehr hoch und die Geschwindigkeit sehr niedrig. Jetzt haben die Steuerflächen die geringste Wirkung. Ein Abbrechen des Starts ist jetzt nicht mehr möglich.

Doch fliegerisch ist eine solche Situation von den Piloten gut trainiert. Denn gerade für solch einen Fall gibt es umfangreiche Reglementierungen und die Piloten müssen alle solch eine Situation trainiert haben. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass ein sogenanntes Engine Failure bei jedem Prüfflug im Flugsimulator absolviert werden muss.

Piloten können mit solchen Situationen umgehen

Kommt es zu einem Triebwerksausfall, so ergreifen die Piloten sofort geeignete Maßnahmen, um das Flugzeug weiterhin sicher zu fliegen. Hierfür stehen jeder Flugzeugcrew entsprechende Flughandbücher zur Verfügung. Entsprechend der jeweiligen geographischen Gegebenheiten unter dem Flugzeug wird nun der Flugweg ausgewählt.

Befinden sich etwa keine größeren Berge auf der Flugroute, so kann normal mit dem verbleibenden Triebwerk im Leerlauf der Sinkflug eingeleitet werden. So kann dann auf einer sicheren Höhe zum Ausweichflughafen weitergeflogen werden – normalerweise eine Höhe von sieben bis neun Kilometern.



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