Wie Yoga Ihre Gehirngesundheit unterstützt

Unser Gehirn ist ein komplexes und gefährdetes Organ. Es kann durch diverse Krankheiten Funktionseinbußen erleiden. Dagegen hilft wahrscheinlich besser als eine Medikation die regelmäßige Durchführung von Yoga, das auch bei anderen gesundheitlichen Problemen hilfreich ist.

Über das Gehirn

Unser Gehirn arbeitet unermüdlich, denn wir denken und fühlen nicht nur damit, es steuert auch unsere vegetativen Funktionen wie den Herzschlag, die Körpertemperatur oder die Verdauung. In Relation zu seiner Größe darf das Gehirn als extrem leistungsfähig bezeichnet werden. Diese Leistungsfähigkeit basiert auf seiner Komplexität, die freilich auf Störungen sensibel reagieren kann. Es gibt zwar diverse natürliche Schutzfunktionen des Organismus, doch wir alle wissen, dass es Demenz- und Stresserkrankungen gibt. Von diesen sind Menschen mit zunehmendem Alter betroffen. Nicht nur der übrige Körper, auch das Gehirn spürt die vergangenen Jahre. So sind zwar ältere, gesunde Menschen sehr intelligent und assoziativ, sie können sogar – im Gegensatz zur landläufigen Meinung – manche Dinge schneller lernen als junge Leute. Das basiert auf den zunehmenden Assoziationsmöglichkeiten, die durch bereits erworbenes Wissen möglich sind. Gleichzeitig reagieren wir aber mit zunehmendem Alter sensibler auf Stress. Auch erworbene Verhaltensmuster ändern wir nur ungern, denn ein uralter psychologischer Mechanismus behauptet, dass das Bewährte richtig sei. Herausforderungen halten das Gehirn jedoch fit. Diese Herausforderungen benötigen als Pendant ein probates Mittel der Entspannung, und hier kommt Yoga ins Spiel.

Yoga versus ungesunde Lebensweise

Selbst Menschen, die an sich auf ihre Gesundheit achten, vernachlässigen dabei oft ihr Gehirn. Es muss gefordert werden, doch es benötigt auch Entspannung und Meditation, die durch Yoga erreichbar sind. Das wirkt auf mehreren Ebenen, wie durch Studien nachgewiesen wurde. Demnach übt Yoga einen positiven Einfluss auf folgende Bereiche aus:

  • Linderung von Stress und Angst
  • Verbesserung des visuellen und räumlichen Gedächtnisses
  • Verringerung des Risikos für Demenz und Alzheimer
  • Erhöhung der Selbstständigkeit bei eingetretener Demenzerkrankung
  • Verbesserung der fluiden Intelligenz
  • Erhöhung der kognitiven Fähigkeiten

Amerikanische Wissenschaftler führten erst 2017 eine Studie zu Yoga als Demenztherapie durch. Dabei konnte das Forscherteam der beteiligten Neurowissenschaftler nachweisen, dass durch gezieltes Yoga und Meditation die ersten Anzeichen von Demenz nachließen. Es wurden mit Yogaübungen die räumlichen und visuellen Wahrnehmungsleistungen dergestalt verbessert, dass sich die Erkrankten wieder deutlich besser an Personen und Orte erinnern konnten. Das verbesserte die Lebensqualität der Probanden erheblich. Die Ergebnisse wirkten sehr ermutigend, denn die Eigenständigkeit zu erhalten gilt als vorrangige Aufgabe bei einer Demenzerkrankung. Die Forscher empfahlen, bei Risikogruppen Yogaübungen vorbeugend gegen Demenz und Alzheimer anzuwenden.

Yoga verbessert die fluide Intelligenz

Deutsche und amerikanische Wissenschaftler (Berliner Charité, Universität Gießen, verschiedene US-Universitäten) wiesen nach, dass durch Yogatraining das Gehirn langsamer altert. Hierfür untersuchten sie die fluide Intelligenz. Das ist derjenige kognitive Bereich, mit dem wir neuartige Aufgaben lösen. Die Forscher maßen bei 16 Meditierenden, 16 Yoga-Übenden und 15 Kontrollprobanden den Informationsfluss zwischen 116 Hirnarealen mithilfe der MRT (Magnetresonanztomografie). Es zeigte sich, dass allein Yoga die fluide Intelligenz a) fördert und b) langsamer abnehmen lässt. Der Informationsfluss verläuft bei Yoga-Übenden deutlich effizienter, die Informationsverarbeitung verbessert sich signifikant. Das Gehirn altert langsamer, jedenfalls gemessen an seiner Leistungsfähigkeit.

Weiterführend:

Studien zu gesundheitlichen Auswirkungen von Yoga

Studie: Yoga bei kognitiver Beeinträchtigung

Verbesserung der fluiden Intelligenz durch Yoga



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